Joy: Alles außer gewöhnlich (2015) – Modernes Märchen

Joy, 2015 USA — 124 Min — FSK: ab 12 Jahren — Regie & Drehbuch: David O. Russell — Cast: Jennifer Lawrence, Bradley Cooper, Robert De Niro, Elisabeth Röhm, Édgar Ramírez, Virginia Madsen, Isabella Rossellini, Diane Ladd, Jimmy Jean-Louis — Verleiher: Twentieth Century Fox of Germany GmbH — Kinostart: 31.12.2015 — Webseite

joy-49In Joy: Alles außer gewöhnlich, der auf wahren Ereignissen basiert, geht es, wie der Titel vermuten lässt, um Joy (Jennifer Lawrence), eine völlig überforderte Hausfrau, die sich um ihre sehr schräge Familie kümmern muss. Dabei versucht sie jedes Mitglied glücklich zu machen und schafft dies auch. Leider bleibt Joy selbst völlig auf der Strecke und ihr Talent Dinge zu erfinden wird in ihrer Familie nur von ihrer Großmutter (Diane Ladd) anerkannt. Doch nach einem gescheiterten Bootsausflug kommt Joy auf die Idee ihres Lebens, einen Wischmob zu erfinden, der sich selbst auswringt. Sie schafft es, ihren Vater Rudy (Robert De Niro) und ihren Exmann Tony (Edgar Ramirez) zu überzeugen, diese Erfindung zu finanzieren. Welche Hürden Joy und ihre Familie noch alle nehmen müssen, um ihr Produkt bekannt zu machen, müsst Ihr selbst herausfinden.

jennifer-lawrence-joyDas mag sich jetzt für den ein oder anderen nicht gerade wie eine spannende Geschichte anhören, doch da liegt man falsch. David O. Russell hält sich nämlich nur sehr lose an die wahre Geschichte einer starken Frau, die einen Wischmob erfindet. Er will gar keinen realistischen Tatsachenbericht erschaffen, wie dies zum Beispiel in Captain Phillips der Fall ist. Man kann natürlich sagen, dass der Film kitschig ist, und dass vieles auch einfach zufällig passiert, oder dass Joy als Person zu gut bei dem Film wegkommt. Aber der Film will von der ersten Szene an ein modernes Märchen sein, und genau diese Tatsache entkräftet all diese Kritikpunkte. Denn für eine Märchengeschichte sind genau diese Punkte ein absolutes Muss. O. Russell schafft es, dem Zuschauer außerdem, genau wie schon bei Silver Linings, die komplette Bandbreite an menschlichen Emotionen zu entlocken. Der Film ist zu Tränen rührend, lustig, dramatisch, spannend und manchmal einfach absolut bezaubernd. Zum Cast ist zu sagen, dass Jennifer Lawrence wieder einmal auf Oscarniveau performt und auch Robert De Niro schafft es, eine mehr als gute Leistung abzuliefern. Die Kameraführung lässt einen mehr als ein Mal an den wunderbaren Birdman denken. Joy ist ein Film, der emotionsmäßig so viel richtig macht, so etwas sieht man wirklich selten.

Die Kritikpunkte die dann noch übrig bleiben sind wirklich winzig, aber sie existieren: Zum einen das Kostüm und Frisurendesign ist für einen O. Russell-Film nur „gut“, anstatt perfekt, und dass der Film ein, zwei Szenen besitzt, in denen leichte Längen zu erkennen sind, kann man ihm auch vorwerfen, aber das war es dann auch schon.

Fazit

Daumen BesondersJoy: Alles außer gewöhnlich ist eine mit Emotionen vollgestopfte Wundertüte, die, wenn man sie als modernes Märchen, in dem der Bösewicht das Leben selbst ist, betrachtet, einfach wunderbar funktioniert.

 

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2 Gedanken zu “Joy: Alles außer gewöhnlich (2015) – Modernes Märchen

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