Berlinale 2016 – Unser Fazit

Guten Tag liebe Filmfreunde da draußen! Ich haben für euch die 66. Internationalen Filmfestspiele in Berlin besucht und konnte einige Eindrücke von den Festivalfilmen sammeln. Es war eine bunte und vielfältige Veranstaltung und um hier nicht jeden Film ellenlang zu besprechen, folgen jetzt einfach ein paar Kurzkritiken meinerseits:

Chi-Raq (2015)

Chi-raq BerlinaleDaumen BesondersErster Film in unserer Liste ist Chi-raq von Krawallnudel Spike Lee. Ich hatte ja keinen Plan was mich erwarten würde, doch das war in meinen Augen eine absolute Bombe. Spike Lee macht ja auch gerne mal kontroverse Aussagen, dieser Film ist ein einziges Statement, jedoch filmisch ganz groß umgesetzt. Ein wichtiges und gleichzeitig extrem unterhaltsames Werk das man nicht verpasst haben sollte.

 

Zero Days (2016)

Zero Days BerlinaleDaumen HochDanach direkt zum nächsten Wettbewerbsfilm: Zero Days eine Dokumentation, in der es darum geht, wie die USA eigentlich jetzt schon einen Cyberkrieg mit dem Iran führen und das uns noch so einiges bevorsteht. Spannende Enthüllungen, jedoch etwas arg lang gestreckt und repititiv. Trotzdem ein wichtiger und interessanter Beitrag.

Goat (2016)

Goat BerlinaleDaumen MitteGoat, ein Film mit Nick Jonas (der anwesend war) und James Franco in einer Gastrolle. Eine Romanverfilmung, die sich mit den Folterspielchen von Collegeverbindungen beschäftigt, im Grunde aber eine Charakterstudie seines Protagonisten darstellen will. Schlägt nette Töne an, verläuft sich jedoch vor allem im Mittelteil doch sehr. Dennoch will ich mehr vom Regisseur sehen.

Where to Invade Next (2015)

Where to Invade Next BerlinaleDaumen HochWhere To Invade Next ist die neue Michael Moore Dolumentation, in der er durch Europa und Afrika reist, um nach Ideen zu suchen, die im System der USA gut aufgehoben wären. Wie man es von Moore-Dokus gewohnt ist, ist das ganze nichts weltbewegendes, doch es macht Spaß, und dies ist vermutlich Moores humorvollster Film bis dato. Natürlich besteht er wieder zum Großteil daraus, ironisch über die Staaten zu reden, doch in seiner Essenz funktioniert er sehr gut und unterhält.

Death in Sarajevo (2016)

Death in Sarajevo BerlinaleDaumen MitteDas Bosnische Drama Death in Sarajevo ist ein wahnsinnig anspruchsvoller Film, der sehr gekonnt mit seiner Thematik umzugehen scheint und auch filmisch komplett überzeugt. Einziges Problem: Ich habe keinerlei Vorkenntnisse und konnte den Film deshalb leider nur zur Hälfte genießen. Deshalb müsste ich mich eigentlich einer Wertung entziehen, wer wirklich Ahnung hat vom Bosnienkrieg, dem wird das hier sicherlich zusagen.

Miles Ahead (2015)

Miles Ahead BerlinaleDaumen Schräg HochMiles Ahead: Ein ziemlich cooler Musikerfilm von und mit Don Cheadle, der auch gut gefällt. Hier und da fehlt es ein bisschen an Spannung, doch Cheadle geht kreativ mit seinen Ideen um und gibt sich viel Mühe ein gutes Porträt eines der größten Künstler  aller Zeiten abzuliefern. Hier wird keine Lebensgeschichte erzählt sondern nur ein kurzer Ausschnitt von ein paar Tagen aus Miles Davis Leben. Der Film is nicht perfekt, aber macht Lust auf mehr von Cheadle als Regisseur.

United States of Love (2016)

United States of Love BerlinaleDaumen MitteUnited States of Love, der Wettbewerbsfilm aus Polen: Wenn man nach diesem Film geht, gibt es in Polen nur eine Jahreszeit und die heißt grau und kalt. Drei Depressive Geschichten über drei Frauen werden erzählt, leider sind die ersten beiden eher uninteressant und der Film zieht schnell arge Längen herbei. Trotzdem gut gemachte Aufnahmen und starke Schauspieler. Wenn das ganze nur nicht so dröge wäre.

Saint Amour (2016)

Saint Amour BerlinaleDaumen Schräg UntenSaint Amour mit Gerard Depardieu, der sogar selbst anwesend war: Französisch-Belgische Komödie, die zum Teil wirklich witzig sein könnte, aber in ihrer Gesamtheit ein verwirrend seltsamer und umständlicher Film geworden ist. Viele der Lacher zünden nicht wirklich gut und das Ende ist absolut schrecklich. Wer französischen Humor trotzdem gerne mag, könnte einen Versuch wagen.

Midnight Special (2016)

Midnight Special BerlinaleDaumen Schräg HochMidnight Special, der neue Film von Jeff Nichols, dem Regisseur von Mud und Take Shelter. Er schafft es auch hier eine sehr tolle Stimmung zu kreieren. Joel Edgerton war selten so gut, Michael Shannon ist ebenfalls super. Einzig und allein Adam Drivers Rolle nervt ein bisschen und der Film bleibt relativ vorhersehbar, wenn man seine zahlreichen Anspielungen erkennt. Auf jeden Fall aber sehenswert.

Maggie’s Plan (2016)

Maggie's Plan BerlinaleDaumen Schräg HochMaggie’s Plan mit Greta Gerwig, Ethan Hawke, Julianne Moore und Bill Hader. Eine tolle Besetzung sollte man denken, Julianne Moore ist urkomisch, Ethan Hawke mal wieder der absolute Hingucker des Films, Bill Hader ist super witzig, aber irgendwie will Greta Gerwig nicht so ganz warm werden mit diesem Film, was sich zum Glück im weiteren Verlauf immer mehr bessert. Ansonsten eine solide Komödie mit einigen tragischen Aspekten.

 


Kleines Genrenale-Fazit

genrenale_header

Neben der Berlinale war ich auch mit Hardy von den Lethal Critics auf der Genrenale, wo deutsche Filmemacher ihre Kurzfilme vorstellen durften. Ich besuchte allerdings nur ein Panel dort. Der erste Kurzfilm davon, Michaela, war etwas zu abstrakt für meinen Geschmack, aber dennoch interessant. Der zweite war ein wilder Mix aus Drive und Taxi Driver, ein sehr stylischer Revenge-Flick namens First Drip Of Blood. Der letzte Kurzfilm, der mit 50 Minuten etwas länger war, und den Titel Real Buddy trägt, war einfach ungeheuerlich. Schlechte Schauspieler, grausige Dialoge und auch sonst hat gar nichts gestimmt. Für Trash Fans vielleicht einen Blick wert, ansonsten für die Tonne.


Puh, das war es dann auch mit der Berlinale 2016, ich hoffe ihr habt den ein oder anderen Film gefunden, der euch vielleicht noch interessiert, wenn er dann auch einmal außerhalb der Festivals läuft oder in den Handel kommt. Ich hoffe außerdem, dass ich auch nächstes Jahr wieder nach Berlin fahren kann, dann vielleicht auch als akkreditiertes Pressemitglied. Auch noch einmal vielen Dank an Hardy von den Lethal Critics für die Gastfreundschaft! Ich bin sehr gespannt auf das nächste Filmfestival und schiele schon einmal in Richtung Fantasy Filmfest Nights 2016!

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2 Gedanken zu “Berlinale 2016 – Unser Fazit

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