Ich und Kaminski (2015) – Blinder Humor (DVD)

Ich und Kaminski, 2015 DE/FR/BE — 119 Min — FSK: ab 6 Jahren — Regie: Wolfgang Becker — Drehbuch: Thomas Wendrich — Cast: Daniel Brühl, Jesper Christensen, Amira Casar, Geraldine Chaplin, Denis Lavant, Jördis Triebel, Jan Decleir — Verleiher: Warner Home Video Germany — Erscheinungsdatum: 17.03.2016 — Webseite

Deutschland kurz vor der Jahrtausendwende. Sebastian Zöllner (Daniel Brühl), Kunstjournalist und Meister der Selbstüberschätzung, plant seinen großen Coup: ein Enthüllungsbuch über den legendären, aber fast vergessenen Maler Manuel Kaminski (Jesper Christensen), Schüler von Matisse und Freund von Picasso, der einst als „Blinder Maler“ Berühmtheit erlangte. Der skrupellose und ehrgeizige Karrierist macht sich auf den Weg zu dem entlegenen Chalet hoch oben in den Alpen, wo der greise Künstler zurückgezogen und von Vertrauten abgeschirmt lebt. Er dringt in Kaminskis Haus, Leben und Vergangenheit ein und nimmt ihn kurzerhand mit auf eine halsbrecherische und irrwitzige Reise zu dessen tot geglaubter Jugendliebe. Unterwegs will er ihm mit List und Dreistigkeit seine Geheimnisse entlocken. Aber bald muss er feststellen, dass er dem Alten, ob blind oder nicht, in keiner Weise gewachsen ist.

Deutsche Filme. Sobald man diese beiden Worte hört, denkt man meistens darüber nach, wie lange es nun schon her ist, dass man einen guten deutschen Spielfilm gesehen hat und man muss sich eingestehen, dass es nicht viele in die nähere Auswahl schaffen. Oft haben Filme aus unserem Land das Problem, dass sie sich arg überanstrengen witzig, traurig oder düster zu sein, es dabei aber nur ganz selten schaffen, eine prägnante Stimmung zu kreieren, die den Zuschauer in ihren Bann zieht. Dreimal darf man Raten, Ich und Kaminski ist leider ein Problembär eben jener Sorte. Gleich nach dem Intro springt Daniel Brühl mit seiner Umwelt um, als wäre er ein zurecht arbeitsloser Comedian. Natürlich macht es Sinn seinem Hauptcharakter eine Gedankenstimme zu geben, jedoch nicht, wenn sie andauernd nur mit Sprüchen prahlen will, die die ein oder andere Zuschauer-Oma schon in ihrer Jugend zum Gähnen gebracht haben.

Zum schrecklich platten und befremdlichen Humor gesellt sich eine ebenso unerträgliche Schnittarbeit. Um möglichst dynamisch durchs Geschehen zu führen, wird andauernd gecuttet, und kaum eine Szene bekommt mal Zeit sich stimmungsvoll auszubreiten. Schade, denn ohne das hektische Editing wäre die Optik gut. Viele grafisch interessante Einfälle versuchen, das Bild der Kamera mit den Gemälden Kaminskis verschmelzen zu lassen. Ohne den Kalaueralarm und den zitternden Schnittfinger an der Maus hätte der Film vielleicht sogar funktioniert, denn seine Grundidee ist nicht schlecht. Hier und da neigen sowohl Brühl als auch Christensen etwas zum Overacting, doch das Potenzial war definitiv vorhanden. Dies zeigt sich vor allem am Ende des Films, das das Highlight bleibt, da es sehr schön inszeniert und mit Musik unterlegt ist.

DVD-Extras

Ich und Kaminski DVDDie DVD enthält neben dem Hauptfilm noch folgende Extras:

  • Audiodeskription für Blinde
  • Untertitel für Hörgeschädigte
  • Trailer und Trailershow
  • „Die Bässe lügen nie“ (Musikspecial über die Aufnahmen der Filmmusik mit Komponist Lorenz Dangel)
  • „The Real Kaminski“ (Kunstspezial über Manfred Gruber, der Kaminskis Kunst malt)

Fazit

Daumen Schräg UntenIch und Kaminski enttäuscht leider von Anfang an. Neben den unerträglichen Monologen von Daniel Brühls Figur stört vor allem der verkorkste Schnitt.

Trailer

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