The Witch (2015) – Verstoßen

The VVitch: A New-England Folktale, 2015 US/CA/GB — 92 Min — FSK: n.n.b. — Regie & Drehbuch: Robert Eggers — Cast: Anya Taylor-Joy, Ralph Ineson, Kate Dickie, Harvey Scrimshaw, Ellie Grainger, Lucas Dawson — Verleiher: Universal — Kinostart: 19.05.2016 — Webseite

In The Witch nimmt uns Regisseur und Drehbuchautor Robert Eggers mit auf eine finstere Expedition in das Amerika des 17. Jahrhunderts. Von Beginn an lernt die Familie rund um den strenggläubigen William (Ralph Ineson) was es heißt, von den anderen geächtet zu werden: Er, seine Frau und ihre 5 Kinder werden aus der Koloniegemeinde geworfen und müssen sich nun außerhalb ganz isoliert ein neues Leben aufbauen. Das Thema des unergründeten Neulandes greift The Witch aber nicht nur im geografischen Sinne auf, sondern vor allem im menschlichen. Thomasin (Anya Taylor-Joy), die älteste Tochter der Familie, muss bitter feststellen, dass ihr pubertärer Appetit nach Erkundung und dem Ausreizen von Blasphemie nicht auf allgemeine Akzeptanz stößt.

Auf darstellerischer und technischer Seite ist Eggers Regiedebüt ein ungeheures Werk. Alle Akteure bekommen brillante Performances aus sich herausgekitzelt und schaffen es, der Szenerie und der Handlung zwischen den Figuren glaubhaft Leben einzuhauchen. Vor allem die Jungschauspieler rund um Anya Taylor-Joy und Harvey Scrimshaw imponieren in ihren Szenen. Die Kameraarbeit wirkt nur selten verspielt und beschränkt sich oft auf das Wesentliche, was der dichten und kräftigen Atmosphäre zugutekommt. So wird der Fokus darauf gesetzt, dem Zuschauer eine dreckige und realistische Optik zu kredenzen, die durch die kleinen magischen Akzente, die wieder und wieder in die Geschichte geworfen werden, immer mehr in Fahrt kommt.

Und auch wenn der Film sich trotz einer 90-minütigen Laufzeit relativ schwerfällig anfühlt und einige Stellen durchaus repetitiv daherkommen, so kommt man sich als Beobachter seltsam heimisch in dieser Welt vor, die dort über die Leinwand flackert. Es ist eine kolossal originelle Art, auf die sich hier der Ansatz zur Glaubenskritik stützt und auch die Weise, auf die die Geschichte dann am Ende fast schon in eine sehr verschrobene Coming-of-Age-Richtung übergehen mag. Das Finale belohnt dann selbst den, dem es bis zu diesem Punkt nicht sonderlich zusagen will mit einer Reihe an atemberaubend umgesetzten Bildern. Wenn der sinnbildliche Teufel es am Ende schafft, aus dem Hintergrund des Filmes in den Vordergrund zu springen und mit gesprengten Ketten durch den Film tobt, reißen die Stränge und The Witch hebt förmlich ab.

 

Fazit

Daumen HochThe Witch verliert weder seinen schmutzigen Realismus noch seine dämonische Symbolik jemals, sondern verknüpft beides zu einer fesselnden Geschichte. Wer sich auf diesen Film einlassen kann, der wird ihn lieben.

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2 Gedanken zu “The Witch (2015) – Verstoßen

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