The Survivalist (2015) – Was es kostet zu Leben

The Survivalist, 2015 GB — 104 Min — FSK: n.n.b. — Regie & Drehbuch: Stephen Fingleton — Cast: Mia Goth, Martin McCann, Olwen Fouere — Verleiher: Pierrot Le Fou — Erscheinungsdatum: n.n.b. — Webseite

Die Welt in der The Survivalist spielt, ist nicht gerade idyllisch: Regressive Ressourcen haben die Erdbevölkerung auf eine kümmerlich geringe Anzahl dezimiert. Die wenigen Menschen, die noch am Leben sind, konkurrieren unerbittlich darum, das eigene Überleben zu wahren. Unser Protagonist (Martin McCann) ist ein Einsiedler, der sich mitten in Nordirland ein eigenes Dasein aufgebaut hat und von seinen kultivierten Pflanzen lebt. Eines Tages stehen zwei Frauen vor seiner Haustür, die ältere Kathryn (Olwen Fouere) und ihre Tochter Mija (Mia Goth), und ersuchen die Hilfe des fremden Mannes. Nur widerwillig gibt er den beiden eine Chance und quartiert sie in sein Haus ein. Unser Endzeit-Kammerspiel beginnt.

The Survivalist setzt sich mit vielen menschlichen Instinkten und Eigenschaften auseinander und versucht diese nicht hochtrabend herauszudonnern, sondern sie uns durch Bilder und Affekte einzuflößen. So wird uns eine sorgfältige Studie dargeboten, die Vertrauen und Loyalität näher belichtet, und wie schnell man diese gewinnt bzw. wieder verliert. Regisseur Stephen Fingleton liefert ein Debüt ab, das zwar in seinem ganzen Umfang kalkulierbar bleibt, jedoch auch für viele kleine Spektakel gut ist. Das minimalistische Ensemble, das er hierfür versammelt hat, spielt gut, weicht jedoch auch nie von seinem unilateralen Muster ab, genau wie das partiell sehr monoton wirkende Drehbuch. An sich ist dieses beachtlich geschrieben, jedoch im Detail und primär in den Dialogen oft etwas zu unüberlegt.

Der ungemütlich sterile Sound von The Survivalist ist sicher eine stilistisch gut durchdachte Entscheidung, um dem Zuschauer eine möglichst beklemmende Erfahrung zu bescheren. Das mag auch so weit glattgehen, jedoch treibt die Entsagung von Filmmusik den Film auch entsprechend in die Länge, dabei wirkt er ohnedies leider schon relativ schwerfällig. Zuviel des Schlechten, die Optik muss auf jeden Fall noch ihr gerechtes Lob erfahren: Spitzfindige Kamerafahrten bringen der gute Mann und sein Team nämlich durchweg fertig und auch die Flashbacks, die sporadisch die Handlung pausieren sind sehr gelungen. Am Ende möchte man urteilen, dass The Survivalist zwar zweifelsohne seine Stärken besitzt, sich jedoch auch viel zu schnell zufriedenstellen lässt.

Fazit

Daumen MitteThe Survivalist lebt von verschwiegenen Bildern und einer aussichtsreichen Charakterkonstellation, schafft es leider aber nur ganz selten Spannung zu etablieren.

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