Green Room (2015) – Auf engstem Raum

Green Room, 2015 US — 94 Min — FSK: n.n.b. — Regie & Drehbuch: Jeremy Saulnier — Cast: Imogen Poots, Anton Yelchin, Patrick Stewart, Alia Shawkat — Verleiher: Universum Film — Kinostart: 02.06.2016 — Webseite

Die kleine Punkrockband „The Ain’t Rights“ hat enorme Geldsorgen. Als mal wieder ein Auftritt nicht wie geplant richtig funktioniert, zieht ein naher Bekannter für die Gruppe einen neuen Gig an Land. Nur ahnt der junge Trupp noch nicht, dass ihr Konzert in einer äußerst rechtsradikalen Bar stattfindet, und welche mörderischen Konsequenzen das haben wird. Green Room ist ein schonungslos grausamer Film, dem es nicht an expliziter Gewaltdarstellung mangelt. Jeder Schlag, jeder Schuss und jeder Schmerzensschrei zerreißt die anfangs relativ unbewegliche Atmosphäre. Wenn hier die Fetzen fliegen, dann bekommt der Zuschauer dass deutlich zu spüren, fiebert mit und fühlt förmlich das Leid der gepeinigten Charaktere.

Es gelingt Saulnier enorm gut, sein Publikum an die Leine zu nehmen, ihn mit sich zu ziehen, in unbekannte und hochgefährliche Gefilde. Wir fühlen uns nach kurzer Zeit mit unseren Protagonisten vertraut, beobachten jedoch auch mit der gleichen Hingabe, welcher Strategie die Gegenseite als Nächstes nachgeht. Kleiner Minuspunkt: Wenn man versucht, etwas in das Vorhaben der Gegner hineinzublicken, und warum sie handeln, wie sie eben handeln, lassen sich ganz schnell Logiklücken und ziemlich weit hergeholte Erklärungen ans Tageslicht fördern. Diese sind deswegen nötig, damit der Zuschauer akzeptiert, warum genau die Antagonisten auf ihre eigenen Methoden zurückgreifen, anstatt einfach wild um sich zu ballern. So steckt hinter der Fassade des Gegners vielleicht nicht viel, die Fassade selbst ist dennoch beeindruckend.

Patrick Stewart spielt die Mischung aus Walter White und Neonazi so eindrucksvoll und ausgeglichen, dass man ihm gerne Stunden dabei zusehen würde. Der Mann sollte viel öfter in die Rolle eines Bösewichts schlüpfen, wenn man bedenkt, wie natürlich er sich hier verhält und wie fabelhaft bissig er im Dialog mit seinen Kollegen umzugehen weiß. Auch der restliche Cast ist entsprechend gut gewählt und agiert verspielt und zur gleichen Zeit doch nicht zu arg abgehoben. Dank des erstklassigen Looks und eines sehr gelungenen Soundtracks sowie Schnitts hat man als Zuschauer in Green Room viel zu bestaunen, wenn auch auf engstem Raum. Nicht zu Unrecht bekommt der Film beinahe überall fabelhafte Kritiken. Von Jeremy Saulnier ist sicher noch so einiges zu erwarten.

Fazit

Daumen HochGreen Room ist schon jetzt einer der Indiefilmhits des Jahres und für Fans von intensivem Horror und beklemmendem Kammerspiel ein absolutes Muss.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Green Room (2015) – Auf engstem Raum

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s