The First Avenger: Civil War (2016) – Captain Ant-Spider-Iron-Widow-Hawk-Vision-Falcon-Witch-Panther-Man

Captain America: Civil War, 2016 US — 146 Min — FSK: ab 12 — Regie: Anthony Russo, Joe Russo — Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely — Cast: Chris Evans, Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Sebastian Stan, Anthony Mackie, Don Cheadle, Jeremy Renner, Chadwick Boseman, Paul Bettany, Elizabeth Olsen, Paul Rudd, Tom Holland, William Hurt, Martin Freeman, Daniel Brühl, Marisa Tomei, John Slattery — Verleiher: Disney — Kinostart: 28.04.2016 — Webseite

Der Titel ist Programm: In The First Avenger: Civil War a.k.a. Captain America: Civil War (der deutlich sinnvollere Titel) wirft uns das Marvel-Universum so ziemlich alles entgegen, was es zu bieten hat und lässt innerhalb all der Superhelden zwei Seiten aufeinanderprallen. Bevor hier damit begonnen wird den Film ausführlich zu besprechen, möchte ich anmerken, dass es sich trotz der vielen negativen Punkte, welche vor allem auf zukünftigen Sorgen beruhen, um einen guten Film handelt, der vieles richtig macht. Wie hier im Vortext schon mitschwingt, läuft aber auch einiges falsch:

civil war 1Wie schon im komplett überladenen Titel dieser Kritik angedeutet, ist Civil War ein gewaltiges Durcheinander, das versucht viel zu viele Charaktere in einen Film zu stopfen und jedem von ihnen möglichst viel Screentime bereitzustellen. Dabei verlieren die Russo-Brüder ihren tollen Fokus aus Captain America 2: The Return of the First Avenger (wieder ein fatal dumm gewählter Titel), in dem sie die Superheldenthematik auf ein Minimum beschränken konnten und sich ganz und gar Captain America und der spannenden Spionage-Thriller-Story widmeten. Wie in Cap 2 (so ist es doch gleich viel einfacher), ist auch in Civil War die Action wunderschön. Wenn die zwei Superheldenfronten auf dem Leipziger Flughafen aufeinandertreffen, knallt es gewaltig, doch im direkten Vergleich ist sie auch viel zu unübersichtlich. Im wirren Knäuel aus Helden CGI-Lichtblitzen, das sich daraus ergibt, verliert man schnell den Überblick. Vielleicht sollte man nicht andauernd neue Helden etablieren, wenn man es nicht entbehren will, alte gehen zu lassen.

Seine stärksten Momente hat der Film nämlich gerade dann, wenn er sich auf die beiden großen Charaktere fokussiert, Captain America und Iron Man. Chris Evans und Robert Downey Jr. sind super in Form und lassen sowohl die Freund- als auch die Feindschaft der beiden Figuren begreifbar erscheinen. Die kleinen Szenen, in denen sich die beiden gegenüberstehen und über ihre Ideale diskutieren, kommen leider insgesamt zu kurz. Viel mehr wird uns immer und immer wieder vorgepredigt, wie viele Menschen doch im Verlauf der vorigen Filme verletzt wurden oder sogar ihr Leben lassen mussten. Trotzdem, oder gerade weil uns dies andauernd oberflächlich eingetrichtert werden soll, scheint uns das als Ursache für die Taten im Film nicht ganz ausreichend. Viel zu viele Motivationen und Backstorys werden in einen Topf geworfen, viele davon sind plump erzählt oder gar nicht nachvollziehbar. An dieser Stelle wollen wir die Russo-Brüder zitieren: „We didn’t want the movie to be just about politics and people arguing about platitudes.The final act is built around a personal act between Tony and Steve.“  Demnach sollte es im Film nicht um fahle politische Weisheiten gehen, sondern mehr um den inneren persönlichen Konflikt zwischen Iron Man und Captain America. Das ist der richtige Ansatz, nur leider ist der Film nicht so geworden.

civil war 2Die Einführung von Spider-Man gelingt da zwar noch vergleichsweise erfrischend neben dem arg erzwungen präsentierten Black Panther, doch wird dann zu penetrant auf Spider-Man gebaut, ohne dass die Figur auch nur die Spur einer ernsthaften Berechtigung in diesem Film hat, sieht man einmal vom Marketing ab. Wovon man auch hätte absehen können, ist Daniel Brühl als „Bösewicht“ Zemo. Eine langweiligere Vorgeschichte hätte man ihm kaum geben können, was uns mal wieder zur Frage bringt: Kann Marvel keine guten Antagonisten? Die Funktion von Zemo ist klar: Er soll die beiden Lager gegeneinander aufhetzen (ähnlich Lex Luthor in Batman vs Superman) und nach dem Finale noch einmal als emotionaler Rückbezug auf die eigentliche Problematik fungieren. Einfallsreich ist anders. Wo Civil War hätte groß sein können, hätte zwei polarisierende Lager gegeneinander antreten lassen können ohne zu versuchen jeden einzelnen Zuschauer etwas zu bedienen entschied man sich stattdessen für den kleinsten gemeinsamen Nenner. Dies zwar auf eine gut umgesetzte Weise, jedoch auch auf eine wenig überraschende.

Wie schon zu Anfang erwähnt, möchten wir den Film auch nicht verreißen. Trotz aller Sorgen, Kritik und Probleme handelt es sich um einen gut unterhaltenden und visuell grandiosen Film. Viele humoristische Momente, eingeleitet von Ant-Man, Iron-Man, Vision und sogar kleine Sprüche von Martin Free-Man (man bemerke den sprudelnden Witz des Autors) kommen super rüber, die Kämpfe sind stark choreografiert und die Effekte sind bombastisch. Es fällt nicht schwer Negatives an dem Film zu finden, jedoch fällt es schwer, ihn sich dadurch vermiesen zu lassen. Wir haben deshalb hauptsächlich die negativen Punkte ausgeführt, da man sie auch als ernst zu nehmende Probleme für zukünftige Superheldenverfilmungen sehen muss. Ob Marvel diese Probleme in ihrer Phase 3 noch in den Griff bekommen werden bleibt uns fraglich.

Fazit

Daumen Schräg HochThe First Avenger: Civil War unterhält, so viel ist klar, doch macht der Film uns auch Sorgen, dass Marvel sich zu viel vornimmt, und sich mit der Ambition alle Zuschauergruppen anzusprechen und alle Charaktere zu behalten, selbst Steine in den Weg legt.

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2 Gedanken zu “The First Avenger: Civil War (2016) – Captain Ant-Spider-Iron-Widow-Hawk-Vision-Falcon-Witch-Panther-Man

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