Pets (2016) – Reinrassige Animationsfilmzüchtung

The Secret Life of Pets, 2016 US — 87 Min — FSK: ab 0 Jahren — Regie: Yarrow Cheney, Chris Renaud — Drehbuch: Cinco Paul, Ken Daurio, Brian Lynch — Cast: Louis C.K., Eric Stonestreet, Kevin Hart, Jenny Slate, Ellie Kemper, Albert Brooks, Lake Bell, Hannibal Buress, Bobby Moynihan — Verleiher: Universal Pictures — Kinostart: 28.07.2016 — Webseite

In Pets, dem neuen Animationsfilm aus den Illumination-Studios, wird der Fokus auf unsere vierbeinigen Kameraden gelegt. Egal ob Hund, Katze, Meerschweinchen, Hase oder Leguan, die Vermenschlichung unserer behaarten, geschuppten oder gefiederten Begleiter steht hier im Vordergrund. Vor allem aber folgen wir Hund Max, der mit seinem neuen Mitbewohner Duke alles andere als zufrieden ist. Nachdem die beiden sich gewaltig in die Haare kriegen und in den Fängen von fiesen Hundefängern landen, werden sie von einer Untergrundrebellion, bestehend aus verlassenen Haustieren, aus ihrer misslichen Lage befreit. Währenddessen begeben sich ihre Freunde auf die Suche nach den beiden.

Kein Vertrauen in Plot und Botschaft

Pets Bild 1In unserer Kritik ignorieren wir einmal ganz konsequent den furchtbaren Kurzfilm Mower Minions, der vor dem Hauptfilm läuft, und gehen direkt auf Pets selbst ein. Ich – Einfach unverbesserlich-Regisseur Chris Renaud setzt in seinem neuen Werk primär auf althergebrachte Paradigmen und konventionelle Figurenkonstellationen. Alles, was der Zuschauer hier zu sehen bekommt, scheint bekannten Mustern nachzusteigen. Vor allem Disneys Toy Story und Findet Nemo scheinen als Vorlage fungiert zu haben. An seine Genrekollegen reicht Pets allerdings nicht heran, da er zwar unterhaltsame Nebenstränge und Exkursionen in die Beziehungsstrukturen zwischen Mensch und Tier präsentiert, aber dadurch seine Hauptstory mehr und mehr außer Acht lässt.

Darunter leiden die sentimentalen Szenen des Films hochgradig, denn ihnen wird nicht wie in vergleichbaren Filmen, zum Beispiel aus den Pixar-Studios, genügend Vertrauen entgegengebracht, sodass sie im Keim erstickt werden. Wenn wir uns mit den beiden Protagonisten auf der Spur von Dukes Vergangenheit befinden, wird wider Erwarten nicht auf Tränen gesetzt, nein die emotionale Komponente wird lediglich touchiert und danach sofort wieder beiseitegelassen. Genauso hantieren die Macher von Pets mit der potenziell ergiebigsten Thematik des Films, der menschlichen Verantwortung gegenüber Haustieren. Die Rebellion der von ihren Menschen zurückgelassenen Tiere hat zweifellos das Potenzial einen Denkprozess zu provozieren, und die Objektifizierung von Tieren direkt zu kritisieren. Schade nur, dass der Film am Ende nicht nur einen Kommentar scheut, sondern sogar mutlos zurückrudert. Wer sich nicht traut, seinem Film weitere Gesichtspunkte zu verleihen, als den Humor von Haustiervideos auf YouTube, der sollte vielleicht auch lieber solche produzieren.

Kuriosität von Kontrasten

Pets Bild 2Insofern muss man allerdings einräumen, dass der Humor von Pets in dem relativen Rahmen, in dem er sich bewegt, auch gut funktioniert. Pauschal gesehen mögen die Witze zwar wenig innovativ sein und sich allein auf einen simplem Humor stützen, der sich den Differenzen zwischen Haustier und Halter annimmt, doch die Anthropomorphisierung der tierischen Charaktere wirkt vor allem am Anfang noch schön verspielt und stimmungsgeladen. Im weiteren Ablauf des Films nutzt sich das nur leider mehr und mehr ab, da das Drehbuch viel zu sehr auf die bloße Kuriosität von Kontrasten baut. Flauschige Tiere stellen sich als bösartig heraus, die Kleinsten sind die Stärksten und der penible Pudel wird zum Heavy Metal-Fan (sogar zweimal). Dank seiner schönen Animationstechnik, die vor allem in Lichteffekten und Haaranimationen zur Geltung kommt, und einigen gelungenen Actionsequenzen wird Pets aber zumindest nie wirklich langweilig.

Fazit

Daumen MittePets ist ein Film, der in die Tatzenabdrücke von Toy Story und Co. treten will, jedoch trotz kurzweiligen Humors hinter seinen Möglichkeiten bleibt. Am Ende verliert er im Vergleich zu seinen Genrekollegen leider doch merklich.

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2 Gedanken zu “Pets (2016) – Reinrassige Animationsfilmzüchtung

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