The Gift (2015) – Grausame Gedankenspiele (DVD)

2015 US/AU — 108 Min — FSK: ab 12 Jahren — Regie: Joel Edgerton — Cast: Jason Bateman, Rebecca Hall, Joel Edgerton, Allison Tolman, Tim Griffin, Busy Philipps, Adam Lazarre-White — Verleiher: Universal Pictures — Erscheinungsdatum: 13.10.2016 — Webseite

Zeit heilt angeblich alle Wunden. Wenn man nur lange genug wartet und lernt mit Niederlagen fertig zu werden, dann sollte man sie irgendwann auch hinnehmen können und schließlich mit seiner Vergangenheit im Reinen sein. The Gift reißt diese populäre Behauptung in Stücke und liefert uns ein Beispiel, in dem ein Mensch nicht mit seinen vergangenen Taten abschließen will, sondern sie versucht zu ignorieren. Durch das Auftauchen eines alten Schulkameraden (Joel Edgerton) gerät das Leben des jungen Ehepaares, bestehend aus Simon (Jason Bateman) und Robyn (Rebecca Hall), aus den Fugen.

Bedrückend voyeuristisch

the-gift-bild-1Die spannende Thematik, auf die in The Gift gebaut wird, dreht sich um die Frage, wie schnell sich ein eingepflanzter Gedanke, eine erfundene Idee in einem Kopf festsetzen kann, und wie schnell sie den Ruf und das Leben eines Menschen ruinieren kann. Joel Edgerton tritt mit seinem Regiedebüt in die Fußstapfen von Thrillergrößen wie Alfred Hitchcock und David Fincher und beweist, dass er ein Händchen für den Aufbau einer vielversprechenden Atmosphäre hat, die durch eine bedrückend voyeuristische Stimmung aufrechterhalten wird und durch gute Twists schließlich befriedigend aufgelöst wird. Nicht nur die Figuren werden im Film in den Vordergrund gerückt, nein auch das Haus, in dem sie sich bewegen, wird durch Edgertons Regie auf das Level einer Persönlichkeit erhoben. Tonal etwas daneben scheint einzig sein manchmal beiläufig wirkender Einsatz von Jumpscare-Szenen.

Regressive Hauptfigur

In The Gift verschwimmen die Linien zwischen Gutem und Bösem kontinuierlich. Während wir Jason Bateman aus Gewohnheit zunächst für einen sympathischen Charakter halten, merken wir schnell, welch düstere Geheimnisse sich hinter seinem Lächeln verbergen. In Form von Gordo sucht ihn seine Vergangenheit heim und sein wahres Gesicht, dessen sich nicht einmal seine Ehefrau bewusst ist, kommt zum Vorschein. Hier ist ein interessanter Kniff im Casting gelungen, um sich stets alles offen zu halten, der Bateman und seiner Performance sichtlich gut tut.

the-gift-bild-2Trotz Offenheit stehen sich hier zwei Seiten gegenüber: Die des ignoranten und karrieregetriebenen Simon gegenüber der des erfolglosen Außenseiters Gordo, dessen gute Ambitionen schnell durch den Durst nach Rache ersetzt werden. Keiner von beiden steht besonders gut da, es baut sich eine angenehm unschlüssige Konstellation rund um die wahre Hauptfigur des Films auf: Robyn. Leider gelingt es Edgerton gerade bei seiner wichtigsten Figur, die als Instanz für den Zuschauer gelten soll, nicht, sie auch hinter festen Motiven solide zu verankern. Selbst am Ende scheint Robyn Gordo noch Vertrauen zu schenken. Dass sie als sein Spielball fungiert und für ihn eigentlich nur Mittel zum Zweck ist, um an Simon zu gelangen, macht sie zu einer höchst regressiven Figur.

DVD-Extras

the-gift-dvdNeben dem Hauptfilm findet man auf der DVD noch folgende Extras:

  • Audiokommentar mit Joel Edgerton und Cutter Luke Doolan
  • Alternatives Ende mit einer Einführung von Joel Edgerton
  • Dunklere Seite
  • Karma für Mobber
  • Entfallene Szenen mit einer Einführung von Joel Edgerton

Fazit

Daumen HochThe Gift ist ein sehr interessantes Regiedebüt von Schauspieler Joel Edgerton, das vor allem mit seiner beklemmenden Atmosphäre und seinem tollen Cast punktet.

Trailer

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