Guardians of the Galaxy 2 (2017) – Guck mal, wir sind bunt und lustig

Guardians of the Galaxy Vol. 2, 2017 US — 136 Min — FSK: ab 12 Jahren — Regie & Drehbuch: James Gunn — Cast: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista, Vin Diesel, Bradley Cooper, Michael Rooker, Karen Gillian, Sylvester Stallone, Kurt Russell, Elizabeth Debicki, Sean Gunn — Verleiher: Disney — Kinostart: 27.04.2017 — Webseite

„Luke, ich bin dein Vater! Ach moment, falsches Franchise, ich meine Star-Lord oder so…“ – Kurt Russelhoff

Wir leben in einer neuen Ära des Superhelden und Science-Fiction Kinos, einer Ära, in der Star Wars zurückkehrt und Superheldenfilme versuchen, Star Wars zu atmen. Eine Ära, in der diese Filme entweder einen nüchternen Weg gehen, wie z.B: Batman v Superman oder Interstellar, und versuchen möglichst ernst zu bleiben, oder sie entscheiden sich dafür, äußerst selbstreferenziell und überhöht witzig aufzutreten, wie es Deadpool und eben die meisten Filme von Marvel tun.

Das Vertrauen zu den Zuschauern

Das Marvel Cinematic Universe dehnt sich schier ins Unendliche aus und beschert uns 2017 gleich drei Filme, auf die sich die Comicfans dort draußen freuen können. Bei so vielen neuen Starts und so vielen Helden, die es aktuell einzuführen gilt, um auf das große Ende von Phase 3, den Infinity War, hinzuarbeiten, muss Marvel mächtig Vertrauen in sein Material und auch in dessen Konsumenten haben.

Vertrauen in sein Publikum ist etwas, das in einem Film elementar verankert sein muss, auch gerade, wenn es darum geht, die Menschen zum Lachen zu bringen. Guardians of the Galaxy 2 ist ein wahres Gagfeuerwerk, doch enttäuscht dabei ungemein, wie wenig der Film doch an seine Zuschauer glaubt: Selbst einfachste Witze werden uns auf der Leinwand noch einmal erklärt oder mit einem „Das ist witzig, deswegen sollt ihr jetzt lachen!“-Kommentar versehen. Es ist schön zu sehen, wenn sich ein Film nicht gar zu ernst nimmt, doch es besteht ein schmaler Grat zur Lächerlichkeit, in die der Film leider immer wieder abdriftet.

Die guten alten Vaterkomplexe

Und dabei schafft es James Gunn sogar, hier und dort eine fast schon shakespearesche Atmosphäre zu kreieren, und eine wahrliche Space Opera, mit all ihren verzweifelten Figuren und ihrer Emotionalität ins Leben zu rufen. Familiäre Probleme, unterdrückte Gefühle und neue Formen der Freundschaft schaffen eine zweite Ebene, auf der Guardians of the Galaxy 2 seinen Vorgänger in den Schatten stellt und sich auch sonst etwas aus dem Rest des Marveluniversums abhebt.

Wenn er dann nicht immer wieder in alte Schablonen zurückfallen würde, hätte das hier auch sicher zu einem eindrucksvollen Film gereicht. Doch leider vermissen wir bei all den Witzen, bei all der oft gleichgültigen Action, und der uninteressanten Hauptfigur von Peter Quill aka. Star-Lord, die Menschlichkeit und die echte Tragik, die immer nur dann zum Vorschein kommen, wenn der Film sich kurz Zeit nimmt, um etwas zu entschleunigen, jedoch dann schnell wieder verbuddelt werden, unter dem bunten 80er-Jahre Schleier. Wir haben hier eine Geschichte, und so viele Konflikte, dass es für ein ganz neues Cinematic-Universe reichen könnte, doch Hauptsache bleibt, dass sich Baby Groot als Neuauflage der Minions gut vermarktet.

Fazit

Guardians of the Galaxy 2 ist gewissermaßen erfrischend, in Anbetracht der letzten Welle an gleichförmiger Marvel-Kost, doch bleiben die meisten Figuren schnell auf der Strecke, und viele der Gags wirken konstruiert.

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2 Gedanken zu “Guardians of the Galaxy 2 (2017) – Guck mal, wir sind bunt und lustig

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